Der typische Polyneuropathie Krankheitsverlauf

Bei einer Polyneuropathie kommt es durch verschiedenste Ursachen zu einer Schädigung von Nervenfasern. Dabei handelt es sich um periphere Nerven. Sie unterscheiden sich in:

Motorische Nerven zum Befehl von Muskelkontraktionen

Autonome Nerven zur Regulierung von Atmung, Verdauung etc.

Sensible Nerven Empfinden von Temperatur, Berührungen, Druck, Schmerz etc.

Der Anfang eines Polyneuropathie Verlaufs ist oftmals nur schwer festzustellen. Bei einem sehr schleichenden Verlauf treten zunächst unspezifische Symptome auf, die sich erst mit der Zeit verstärken und ausweiten. Auftretende Beschwerden können vorübergehend oder dauerhaft sein. Einige Betroffene klagen über sogenannte Anlaufschmerzen. Bei ersten Bewegungen nach einer Ruhephase treten Missempfindungen auf, die bei verstärkter Bewegung wieder zurückgehen. Erste Symptome einer Polyneuropathie sind in ihrer Art davon abhängig, welche Nerven geschädigt wurden. Zu den jeweiligen Reizerscheinungen und Empfindungsstörungen zählen:

Symptome motorische Nerven: Muskelzuckungen, Muskelkrämpfe, Muskellähmungen, Kraftverlust der Muskulatur, Muskelschwund

Symptome autonome Nerven: Durchfall, Verstopfung, Herzrasen im Ruhezustand, Schwindel, gestörte Blasenentleerung, Geschwüre, vermindertes Schwitzen

Symptome sensible Nerven: Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle, Schwellungs- und Druckgefühle, fehlendes oder gestörtes Temperaturempfinden, Gangunsicherheit

Der Krankheitserlauf der häufigsten Erkrankungsform, der diabetischen Polyneuropathie

Während des Polyneuropathie Krankheitsverlaufs einer diabetischen Polyneuropathie nehmen zunächst die Beschwerden in den Beinen zu. Diabetiker sind in der Regel beidseitig davon betroffen. Zunächst findet eine Schädigung im Bereich der sensiblen Nervenfasern statt. Dies macht sich durch einen brennenden Schmerz in den Füßen oder Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Füßen und Beinen bemerkbar. Die Beschwerden treten vorwiegend im Ruhezustand auf. Berührungen mit der Bettdecke können als unangenehm empfunden werden. Zahlreiche Patienten klagen über kalte Füße. Muskuläre Probleme können zu einer Beeinträchtigung der Fußsenker oder Zehenheber führen. Die Haut kann sich an Füßen und Beinen weißlich oder bläulich verändern. Zunehmend können auch autonome Nerven betroffen sein. Aufgrund der Durchblutungsstörungen können auftretende Wunden nur schlecht heilen. Dabei kann es zum Absterben von Gewebe kommen. Schluckstörungen können ebenso auftreten wie wechselweise Erbrechen, Durchfall und Verstopfung. Bei einer intensiven Behandlung der Diabetes als bleibender Grunderkrankung können lediglich die Symptome gelindert werden. Die Nervenschädigungen sowie Art und Schwere der Symptome verlaufen bei den Dialyse-Patienten individuell verschieden. Danach richtet sich im Krankheitsverlauf auch die ergänzende Behandlung wie Schmerztherapie oder Physiotherapie aus. In schlimmen Fällen können durch die Schädigung autonomer Nerven bei fortgeschrittener Polyneuropathie erhebliche gesundheitliche Gefahren bis zur Lebensgefahr entstehen. Diese Gefahren können sich bei der Betroffenheit bestimmter Organe wie Herz oder Lunge ergeben.

Der Polyneuropathie Krankheitsverlauf bei Alkoholikern

Die Nerven werden direkt durch die toxische Wirkung der Abbauprodukte des Ethanols und indirekt durch das bei chronischem Alkoholismus typische Nährstoffdefizit geschädigt. Insbesondere eine längere Unterversorgung im Bereich der B-Vitamine (B1, B12) kann bereits zu einer Polyneuropathie führen. Der Betroffene leidet in der Regel an motorischen Einschränkungen und Empfindungsstörungen in den Gliedmaßen und Störungen im Darmbereich. Da hauptsächlich die Beine betroffen sind, kommt es zu einem unsicheren Gang. Berührungen an den Beinen werden kaum noch wahrgenommen. Ein typisches Symptom im Verlauf einer Alkohol-Polyneuropathie ist eine Störung der Tiefensensibilität. Die Berührung des Bodens mit der Fußsohle wird kaum noch verspürt. Außerdem treten im Laufe der Zeit verstärkte Schmerzen in den betroffenen Bereichen auf. Der Vitaminmangel verursacht verstärkt Entzündungen sowie Lähmungen der Augenmuskeln. Bei fortgeschrittener Polyneuropathie infolge Alkoholismus können demenzartige Symptome auftreten.

Der Polyneuropathie Verlauf bei den selteneren Ursachen

Der Polyneuropathie Krankheitsverlauf bei den selteneren Ursachen differiert ebenso. Bei einer urämischen Polyneuropathie, unter der üblicherweise Dialyse-Patienten leiden, sorgen Fremdsubstanzen im Blut für Nervenschädigungen. Die konkreten Folgen sind von der Art der Substanz und dem Umfang der Schädigung abhängig. Das Ende des Polyneuropathie Verlaufs kann nur durch eine Nierentransplantation herbeigeführt werden. Der Polyneuropathie Verlauf einer infektiös bedingten Polyneuropathie zeigt einen Rückgang der Symptome analog der Wirksamkeit des Antibiotikums zur Erregerbekämpfung. Können die kausalen Ursachen beseitigt werden, folgt in der Regel die Krankheitsheilung. Können im Krankheitsverlauf nur die Symptome behandelt werden, ohne die Ursache zu beseitigen, kann die Krankheit chronisch verlaufen. Die Beseitigung der kausalen Ursachen und damit die Heilung ist auch bei Auslösern wie Schadstoffen, Medikamenten und Giften möglich. Jedoch kommt es beim Krankheitsbild auch hierbei auf die Art und den Umfang der bereits entstandenen Nervenschäden an. Ebenso ist die Frage von Bedeutung, welche Regenerationsmöglichkeiten bestehen.

  • April 10, 2019