Polyneuropathie Ernährung

Die Wirkung von Ernährung auf die Entstehung und die Symptomatik von bestimmten Erkrankungen wird oft unterschätzt. Die meisten Polyneuropathien sind erworben. Die Forscher kennen heute über 200 mögliche Auslöser. Einige davon zählen zu den ernährungsbedingten Auslösern: Diabetes, Stoffwechselstörungen, Mangelernährung oder Alkoholismus. Er ist also nachvollziehbar, dass bei Polyneuropathie die Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Ebenso wichtig wie die Qualität ist die Menge der konsumierten Nahrungsmittel.

Bei der Polyneuropathie Ernährung stehen gesunde Nahrungsmittel im Fokus

Übergewicht und Völlerei sind bei Polyneuropathie keine guten Grundlagen für eine Beschwerdelinderung. Außerdem sind zwei weitere Dinge zu beachten: ernährungsbedingte Altlasten aus den vergangenen Jahren, und die Qualität dessen, was die Betroffenen jetzt und in Zukunft essen.

Die Symptome einer diabetischen Polyneuropathie sind durch eine vegane Ernährung weitgehend behebbar. Grundlage der Symptomreduzierung ist die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels. Bei alkoholischen Polyneuropathien liegen oft Leberstörungen und Vitalstoffmängel vor. Nach der Entziehungskur sollte eine möglichst hochwertige Ernährungsweise – gegebenenfalls ergänzt durch Nahrungsergänzung – die entstandenen Schäden ausgleichen. In welchem Umfang das möglich ist, hängt von Dauer und Schweregrad der Alkoholerkrankung ab. Die Polyneuropathie Ernährung sollte lebenslang beibehalten werden.

Problematisch ist, die Polyneuropathie mit schulmedizinischen Medikamenten behandeln zu wollen. Dabei handelt es sich oft um Präparate, die eigentlich für ganz andere Erkrankungen entwickelt wurden, und starke Nebenwirkungen haben. Sinnvoller ist es, die Ernährungsmängel durch eine angepasste Polyneuropathie Ernährung zu beseitigen, beispielsweise durch

  • Substitution von Vitamin D bei nachgewiesenem Mangel
  • Substitution von Vitamin B12 oder B1
  • Einnahme von Magnesium
  • Einnahme von Alpha-Liponsäure
  • Einnahme von N-Acetylcystein
  • Meidung von Alkohol- oder Fertignahrungsmitteln
  • und die Einführung einer basischen, veganen Ernährungsweise.

Warum hilft die vegane Ernährung?

Dieser Frage gingen Forscher zweier amerikanischer Universitäten nach. Ein Team der „California State University“ unterzog in Kooperation mit Wissenschaftlern der medizinischen „George Washington University School“ eine kleine Gruppe von Patienten mit diabetischer Polyneuropathie einer Ernährungsumstellung. Die 17 Probanden sollten 20 Wochen lang eine fettarme und vegane Polyneuropathie Ernährung pflegen. Außerdem erhielten sie Vitamin B12 als Nahrungsergänzung. Die Schmerzen in den Extremitäten reduzierten sich signifikant. Als Nebeneffekt nahmen die Probanden durchschnittlich sieben Kilogramm Gewicht ab.

Der Schluss aus dieser Test-Studie legt nahe, dass man als Betroffener mit konsequenter Ernährungsumstellung viel bewirken kann. Erklärt wird die Symptomlinderung damit, dass die vegane und fettarme Ernährung bei diabetischer Polyneuropathie die Insulinresistenz verbessert, den Blutzuckerspiegel günstiger einstellt, sowie das Gewicht reduziert. Das Zusammenwirken dieser Faktiren mindert dann die Diabetes-Beschwerden. Der Cholesterinspiegel verbessert sich ebenso, wie zu hoher Blutdruck.

Die Empfehlung der Forscher lautet, bei diabetischer Polyneuropathie dauerhaft eine vegane und fettarme Ernährungsweise zu pflegen. Damit könnte den 60 Prozent der Diabetiker geholfen werden, die an diabetischer Polyneuropathie leiden. Die interessante Frage ist, ob dieses Konzept auf andere Formen der Polyneuropathie übertragbar ist. Möglicherweise müssen je nach Verursacher weitere Ernährungs-Maßnahmen getroffen werden, da es zu anderen Folgeschäden und Begleiterscheinungen kommt.

Welche Nahrungsmittel sind bei Polyneuropathie empfehlenswert?

Während raffinierte, gehärtete und industrielle Fette gemieden werden sollten, sollte der Organismus Betroffener mit gesunden und kaltgepressten Speiseölen aus ökologischem Landbau, und pflanzlichen Fetten versorgt werden. Tierische Fette sollten nach Möglichkeit stark reduziert werden.

Nicht nur bei diabetischer Polyneuropathie ist das Maßhalten mit Kohlenhydraten eine gute Idee. Ungesunde Zuckermoleküle, leider auch Unmengen Vollkornprodukte sollten zugunsten von pflanzlichen Proteinquellen reduziert werden. Kohlenhydrate aus Hülsenfrüchten sättigen ebenfalls sehr gut. Die chinesische Medizin (TCM) geht davon aus, dass überzüchtete Getreidesorten den Stoffwechsel belasten und verschleimen. Bekömmlich sind bei Polyneuropathie wenig belastete Getreide wie Dinkel, Hartweizen, Bio-Hafer oder Roggen. Gut verträglich sind außerdem Reis, Hirse, Quinoa oder Mais. Zucker- und Weißmehlprodukte sollten bei Polyneuropathie so weit wie möglich gemieden werden. Die Umstellung fällt vielen Betroffenen gar nicht so schwer wie gedacht.

Tierisches Eiweiß belastet nicht nur aus Sicht der TCM den Organismus. Die Exzesse der modernen Massentierhaltungen haben Fleischerzeugnisse stark belastet. Doch auch Fleischprodukte aus ökologischer Haltung sind bei Polyneuropathie nicht gesundheitsförderlich, wenn sie in zu großen Mengen verzehrt werden. Gleiches gilt für den Verzehr von See- und Zuchtfisch, Eiern oder Milchprodukten jeder Art. Joghurt wird hingegen in Maßen gut vertragen.

Wenn eine weitgehend vegane Kost gepflegt wird, kommt das den Polyneuropathie-Symptomen zugute. Ein vollwertiger, warmer Frühstücksbrei startet den Tag gut. Rohes und kurze Zeit schonend gegartes Gemüse sollte den Hauptteil der Nahrung ausmachen. Dadurch entsteht ein basisches Milieu im Körper. Obst und Salat sollten mittags oder morgens gegessen werden, nicht aber abends.

Hilfreich ist bei Polyneuropathie der bewusste Verzicht auf alles, was industriell verarbeitet wurde. Stattdessen sollten möglichst viele Lebensmittel aus ökologischem Anbau stammen. Damit werden viele nervenschädigende Schadstoffe aus der Nahrung ferngehalten. Wichtige Nährstoffe stehen hingegen reichlich zur Verfügung.

Vermeiden sollten die Betroffenen, zu einem „Pudding-Vegetarier“ oder -veganer zu werden. Bei jeder Ernährungsform ist es möglich, sich ungesund zu ernähren. Wichtig sind die Vielfalt bei frisch zubereitetem Obst und Gemüse, der Verzicht auf alle stark verarbeiteten Nahrungsmittel, sowie insbesondere die Meidung von Zuckerhaltigem und Weißmehlprodukten.

  • April 8, 2019